Frankfurt/Kopenhagen (AP) Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat nach eigenen Angaben eine weitere Verschlechterung der Situation von Medienmitarbeitern und Bloggern im Iran festgestellt. In den vergangenen Tagen sei es zu mehreren Festnahmen gekommen, berichtete ROG am Freitag. Neben einem Korrespondenten von Agence France-Presse (AFP) sei am Mittwoch in Teheran auch die Journalistin Nafiseh Sareh-Kohan während einer Demonstration festgenommen worden. Einen Tag zuvor sei der Blogger Hassin Assadi Sidabadi inhaftiert worden. Nach Informationen aus Kopenhagen befindet sich auch ein dänischer Journalismus-Student in Haft. Diesen Artikel weiter lesen
Seit dem Tag der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Iran am 12. Juni seien mehr als 100 Medienmitarbeiter und Blogger festgenommen worden, von denen mindestens 23 immer noch inhaftiert seien, erklärte Reporter ohne Grenzen. Mehr als 50 Journalisten seien mittlerweile aus dem Land geflüchtet. Diejenigen, die geblieben seien, stünden unter ständigem Druck. Die internationale Staatengemeinschaft müsse sich für die iranischen Reporter und Blogger einsetzen, forderte ROG.
Die iranische Journalistin Sareh-Kohan arbeitete nach Angaben von ROG für verschiedene reformorientierte Zeitungen und veröffentlicht den Blog «Rozmargiha». Der am Dienstag festgenommene Hassin Assadi Sidabadi ist Menschenrechtsaktivist und Herausgeber des Blogs «Avaez no». Zudem sei Ende Oktober die Journalistin Negar Sajeh festgenommen worden, auch ihr Ehemann, Hadi Heidari, ein bekannter Cartoonist, werde von den Behörden festgehalten.
Der dänische Student hielt sich zu Studienzwecken in Teheran auf. Er wurde dort vermutlich im Zusammenhang mit den Demonstrationen am 30. Jahrestag des Sturms auf die US-Botschaft verhaftet, teilte die Dänische Journalisten-Union mit.
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