Berlin (AP) Nach Spekulationen über seinen verschlechterten Gesundheitszustand hat sich Altkanzler Helmut Schmidt erstmals wieder zu Wort gemeldet. Es gehe ihm nach eigenen Angaben «das Lebensalter eingerechnet wieder einigermaßen gut». Der 90-Jährige sagte der «Bild»-Zeitung (Freitagausgabe): «Ich saß hier am Schreibtisch und dachte mir, frei nach Mark Twain: Die Gerüchte über meinen Tod sind recht übertrieben.» Diesen Artikel weiter lesen
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Er habe an «vielerlei Geschichten» gelitten, «darunter eine äußerst schmerzhafte Gürtelrose im Gesicht. Zeitweise konnte ich nichts mehr sehen. Dazu kamen Probleme mit der Niere, der Hüfte.» Seit einigen Wochen sei er nur noch im Rollstuhl unterwegs, weil ihm das Gehen am Stock zu schmerzhaft geworden sei, sagte Schmidt laut Vorabmeldung.
Zum nahenden 20. Jahrestag des Mauerfalls würdigte der SPD-Altkanzler die Leistung seines CDU-Nachfolgers Helmut Kohl. Ohne die Mithilfe der USA und die Zustimmung der damaligen Sowjetunion und anderer Staaten wäre die Einheit zwar nie zustande gekommen, sagte Schmidt. «Aber am großen Verdienst Helmut Kohls ändert das nichts.» Auch Schmidt selbst hätte gerne nach eigener Aussage während seiner Amtszeit die Chance zum Ende der deutschen Trennung gehabt. «Aber: Dass ich das noch selbst erleben würde, damit hätte ich nie gerechnet», sagte der Altkanzler.
Am Abend des 9. November 1989 habe er vor dem Fernseher gesessen. «Dort sah ich, wie die schreckliche Teilung Deutschlands friedlich, ohne einen Schuss, überwunden wurde - und mir kamen die Tränen.» Die größte Sorge der Menschen in der DDR in diesen Tage sei seiner Auffassung nach gewesen, dass die Proteste möglicherweise blutig beendet würden.
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