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Schweden billigt Bau von Ostsee-Pipeline

Stockholm (AP) Als zweiter Staat an der Strecke der geplanten Ostsee-Pipeline hat Schweden den Verlauf der Erdgasleitung gebilligt. Trotz früherer Bedenken stimmte das Kabinett in Stockholm am Donnerstag dem Projekt des deutsch-russischen Unternehmens Nord Stream zu. Die Regierung habe zusätzliche Informationen von Nord Stream erhalten, sagte Umweltminister Andreas Carlgren. Eine Ablehnung wäre ein Verstoß gegen das Völkerrecht gewesen. Diesen Artikel weiter lesen

Nach internationalem Recht muss der Bau der Ostsee-Pipeline von den Staaten gebilligt werden, deren Wirtschaftszonen berührt sind. Dänemark hat dem 15-Milliarden-Dollar-Projekt bereits im Oktober zugestimmt. Damit steht jetzt noch die Genehmigung durch Finnland sowie Russland und Deutschland aus. Der finnische Ministerpräsident Matti Vanhanen hat im Oktober die Zustimmung seiner Regierung signalisiert, sobald eine Umweltprüfung abgeschlossen ist.

Die 1.200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline soll ab 2010 sibirisches Erdgas vom russischen Hafen Wyborg nach Greifswald führen und 2016 seine volle Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Jahr erreichen. Die Trägergesellschaft Nord Stream gehört zu 51 Prozent dem russischen Gazprom-Konzern. Auf europäischer Seite sind die deutschen Firmen E.ON Ruhrgas und Wintershall sowie die niederländische Gasunie beteiligt. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Aufsichtsratsvorsitz bei der Nord Stream AG übernommen.

Umweltschützer befürchten, dass der Bau der Pipeline Fischbestände und Seevögel gefährdet. Auch gibt es die Sorge, dass bei den Bauarbeiten Munition und chemische Kampfstoffe aus beiden Weltkriegen beschädigt werden könnten, die auf dem Grund der Ostsee vermutet werden. Auch das EU-Parlament hat sich besorgt über mögliche Umweltschäden geäußert. Das Pipeline-Projekt hat auch die baltischen Staaten und Polen verärgert, die von Russland Durchleitungsgebühren für die Land-Pipelines auf ihrem Territorium erhalten.

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