Düsseldorf (AP) Wütende Proteste, Großdemonstrationen und wilde Streiks: Die Opel-Beschäftigten in Deutschland gelten als besonders kampferprobt. Schlagzeilen machten 2004 vor allem die Bochumer Opelaner, als sie in der Ruhrgebietsstadt sechs Tage lang die Arbeit niederlegten, um gegen die von General Motors angekündigte Streichung von 10.000 Stellen in Deutschland zu protestieren. Tag und Nacht hielten die Mitarbeiter die Bochumer Werkstore besetzt, europaweit gingen 50.000 Beschäftigte gegen die Sparpläne von GM auf die Straße. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Streik brachte auch die Produktion im belgischen Antwerpen wie im Stammwerk Rüsselsheim zum Erliegen, weil sie auf Zulieferungen aus Bochum angewiesen waren. Nach einem Verhandlungsmarathon einigten sich Unternehmensführung und Betriebsrat am 9. Dezember darauf, den Stellenabbau sozialverträglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen und ohne Standortschließungen abzuwickeln.
Auch für ihre europäischen Kollegen ließen die deutschen Opelaner bereits öfter die Bänder still stehen. Vor neun Jahren beteiligten sich über 15.000 Beschäftigte der vier Standorte in Deutschland an Protestaktionen gegen die geplante Schließung des Vauxhall-Werkes im englischen Luton. 2006 legten Tausende Arbeiter des Stammwerks in Rüsselsheim für mehrere Stunden die Arbeit nieder, um sich für den Erhalt des portugiesischen Opel-Werks in Azambuja stark zu machen. Ein Jahr später richtete sich ein neuer Proteststurm gegen einen Produktions- und Stellenabbau an den westeuropäischen Standorten.
Nach dem überraschenden Stopp des Verkaufs von Opel an den Zulieferer Magna wollen sich die Beschäftigten nun ebenfalls nicht kampflos geschlagen geben. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz rief die Beschäftigten zum gemeinsamen Widerstand gegen Stellenabbau und Werksschließungen auf. Ob dabei etwa in Bochum mit Streiks zu rechnen sei, ließ Betriebsratschef Rainer Einenkel zunächst offen. «Wenn man uns tatsächlich keine Autos mehr bauen lässt, muss man schauen was passiert», sagte er.
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