Hamburg/Essen (AP) Der Hamburger Versandriese Otto pickt sich beim insolventen Konkurrenten Quelle die Rosinen heraus. In einem offenen Bieterverfahren sicherte sich das weltgrößte Versandhaus am Donnerstag den Markennamen des früheren Erzkonkurrenten Quelle. Auch die beliebte Quelle-Marke Privileg gehört jetzt den Hamburgern. Diesen Artikel weiter lesen
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Ob Kunden in Zukunft Privileg-Kühlschränke und -Küchenherde über den Otto-Katalog kaufen können, ist aber völlig offen. Das Hamburger Versandhaus hat nach Angaben eines Firmensprecher noch keine Pläne für die neuerworbenen Marken. «Ob und wie wir das nutzen ist völlig offen», sagte Sprecher Thomas Voigt. Er schloss auch eine Lizenzvergabe oder einen Weiterverkauf nicht aus.
Mit dem Kauf hat Otto auf jeden Fall erst einmal großen Konkurrenten wie etwa Amazon einen Riegel vorgeschoben. Herausforderer können jetzt nicht mehr über den Marken-Mantel Quelle Otto im Heimatmarkt Europa angreifen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP ist Otto vergleichsweise günstig an die Markenrechte gekommen.
Versandhausriese übernimmt außerdem Russland-Geschäft
Für die vor der Arbeitslosigkeit stehenden Quelle-Beschäftigten bringt das Geschäft keine Verbesserungen. Deutsche Quelle-Mitarbeiter werden nicht übernommen.
Außerdem sicherte sich Otto das Russland-Geschäft des zahlungsunfähigen Fürther Konkurrenten mit 280 Mitarbeitern. Otto baut damit seine Führungsposition auf dem osteuropäischen Wachstumsmarkt aus. Otto ist in Russland Marktführer im Versandhandel mit 200 Millionen Euro Umsatz, Quelle kommt als Nummer zwei auf 170 Millionen Euro. Russland gilt dank zweistelliger Wachstumsraten im Einzelhandel als einer interessantesten Wachstumsmärkte auch für Versandhändler. Über den Kaufpreis für die Quelle-Pretiosen vereinbarten beide Seiten Stillschweigen, wie Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mitteilte.
Kartellbehörden müssen noch zustimmen
Otto sicherte sich die Rechte an der Marke Quelle und an deren Eigenmarken wie Privileg für ganz Europa. Der Hamburger Versandhändler kann damit in Zukunft in Deutschland, Russland und weiteren mittel- und osteuropäischen Ländern die Marken, Logos und die meisten Internet-Domains des in Abwicklung befindlichen Konkurrenten nutzen. Nicht enthalten im Kaufvertrag sind die Marken Küchen Quelle und Foto-Quelle.
Die Übernahme der Markenrechte und von Quelle Russland steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die russischen und europäischen Kartellbehörden.
Nicht enthalten in dem von Otto erworbenen Paket sind der Quelle-Kundendienst Profectis, die Call Center und der Home Shopping Kanal HSE 24. Für diese Gesellschaften würden die in der vergangenen Woche begonnenen Verkaufsgespräche fortgesetzt, berichtete Görg.
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