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GM soll Opel zügig sanieren Zweiter Überblick

Detroit/Berlin (AP) Nach seiner Entscheidung gegen den Verkauf von Opel will der Mutterkonzern General Motors schon bald einen Sanierungsplan für den deutschen Autobauer vorlegen. Dieser werde dann den Regierungen in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Polen sowie den jeweiligen Gewerkschaftsvertretungen übermittelt, erklärte GM-Vorstandschef Fritz Henderson in Detroit. An den vier deutschen Opel-Standorten protestierten am Donnerstag zehntausende Beschäftigte gegen drohenden Stellenabbau und Werksschließungen. Diesen Artikel weiter lesen

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Laut Henderson will GM eine finanzielle Unterstützung für Opel nach Möglichkeit verhindern. Vielmehr solle die deutsche Tochter den Großteil ihres Finanzbedarfs von 3 Milliarden Euro selbst tragen. Die finanzielle Lage von Opel habe sich verbessert, weil günstigere Marktbedingungen für eine höhere Liquidität gesorgt hätten. GM werde aber auch europäische Regierungen um Unterstützung bitten.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers rief GM dazu auf, seine Pläne für Opel schnell zu präsentieren. Die Mitarbeiter hätten ein Anrecht zu erfahren, wie es weitergehen solle. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagte unmittelbar vor einem Treffen der vier deutschen Opel-Länder mit der Bundesregierung in Berlin, es müsse nun neue Perspektiven geben. Er betonte aber, man dränge sich nicht, staatliche Gelder zur Verfügung zu stellen.

Insolvenzverfahren nicht ausgeschlossen

Nach dem Berliner Treffen mahnte auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle von GM ein neues Konzept an. Bund und Länder seien sich darin einig, dass dies schnell vorliegen müsse, damit man sich eine Meinung bilden könne. Zuvor hatte der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, signalisiert, dass GM trotz der Kehrtwende offenbar weiter auf staatliche Hilfe setzen kann. Wenn ein Plan vorliege, könne man über Geld aus dem Deutschlandfonds reden, sagte Kauder, fügte aber hinzu: «Die Amerikaner dürfen nicht glauben, dass sie Deutschland in irgendeiner Form erpressen können.»

Henderson schloss ein Insolvenzverfahren für Opel nicht aus. Dies sei aber nicht die bevorzugte Variante von General Motors, betonte er. Allein die Möglichkeit war jedoch Grund dafür, dass zehntausende Opel-Beschäftigte am Donnerstag zeitweise die Arbeit niederlegten und ihrer Wut über GM Luft machten. Auf der zentralen Kundgebung in Rüsselsheim rief Betriebsratschef Klaus Franz die Belegschaft zum Widerstand gegen Stellenabbau und Werksschließungen auf: «Wir geben uns nicht geschlagen, wir sind selbstbewusst, denn wir sind Opel!»

Breite Unterstützung fanden die Demonstranten auch bei Bundes- und Landespolitikern. Gesamtbetriebsratschef Franz sagte, Kanzlerin Angela Merkel habe ihm ihre Unterstützung zugesagt. Er habe mit ihr verabredet, dass zwischen Regierung und Betriebsrat nun «jeder Schritt abgestimmt wird und wir uns aufeinander verlassen können».

Die ungewisse Zukunft von Opel beherrschte auch den Antrittsbesuch von Bundesaußenminister Guido Westerwelle in den USA. Bei seiner Ankunft in Washington forderte der FDP-Chef von General Motors den Schutz der Arbeitsplätze bei Opel und eine Rückzahlung der gewährten Staatshilfe. Er verwies darauf, dass die Bundesregierung die Interessen der Steuerzahler wahrnehmen müsse.

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