Frankfurt/Main (AP) Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins für den Euroraum unverändert auf dem Rekordtief von 1,00 Prozent. Nach der turnusmäßigen Sitzung der Währungshüter am Donnerstag in Frankfurt am Main erklärte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, neueste Daten deuteten auf eine Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr und eine weitere allmähliche Besserung 2010 hin. Die Unsicherheiten blieben allerdings groß. Diesen Artikel weiter lesen
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Die EZB sieht nach den Worten Trichets ihre Einschätzung von Anfang Oktober weitestgehend durch neuere Daten bestätigt. Die erwartete Verbesserung der Konjunktur im Euroraum begründe sich in einem Anziehen des Exports, der Auffüllung der herabgesetzten Lagerbestände sowie der Wirkungen der massiven staatlichen Konjunkturprogramme, aber auch der Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zur Stützung des Finanzsystems. Gleichzeitig sei der Inflationsdruck bei einer Teuerungsrate von minus 0,1 Prozent im Oktober für den Euroraum gering.
Trichet wies darauf hin, dass die Wirkungen der Geldpolitik erst zeitverzögert einsetzen. Die EZB habe im Blick, dass mit einer Verbesserung der Bedingungen nicht alle ihre Maßnahmen zur Stützung der Liquidität bei den Banken mehr gebraucht würden. Sie werde sie rechtzeitig und allmählich zurückfahren und sicherstellen, dass überschüssige Liquidität wieder eingesammelt werde, um Gefahren für die Preisstabilität zu begegnen.
Kreditvergabe leicht geschrumpft
Die Kreditvergabe an Firmen und Verbraucher ist nach den Worten Trichets im September leicht geschrumpft. Der EZB-Präsident vertrat allerdings die Einschätzung, dass sich das Kreditangebot inzwischen wieder verbessere. Es sei die Nachfrage, die angesichts der Wirtschaftslage noch gedämpft sei.
Auch die Bank von England sah von einer Anhebung der Zinsen ab. Der Leitzins in Großbritannien bleibt bei 0,5 Prozent. Zugleich kündigte die Notenbank an, ihr Programm zum Aufkauf von Wertpapieren um 25 Milliarden Pfund auf 200 Milliarden Pfund auszubauen.
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