Frankfurt/Main (AP) Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Schweingrippe in Deutschland ist auf sieben gestiegen. Eine 52-jährige Schweinegrippe-Patientin starb am Mittwoch in Stuttgart. Die Frau habe an einer chronischen Vorerkrankung gelitten, teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. In Frankfurt am Main ringt derweil eine 39 Jahre alte Patientin mit dem Tod. Angesichts der steigenden Zahl von Erkrankungen raten Experten mittlerweile, auch Kinder unter drei Jahren impfen zu lassen. Diesen Artikel weiter lesen
Zu der in Stuttgart gestorbenen Frau hieß es, «Aussagen zum ursächlichen Zusammenhang des Erregers mit dem Eintritt des Todes können derzeit noch nicht gemacht werden.» Die Schweinegrippe dürfe, auch wenn sie bisher in den meisten Fällen einen moderaten Verlauf genommen habe, nicht verharmlost werden, betonte das Ministerium. Die Landesregierung nehme die Lage ernst und habe die notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger getroffen.
Patientin in Frankfurt ringt mit dem Tod
In Frankfurt verschlechterte sich der Zustand der Schweinegrippe-Patientin im Universitätsklinikum. Die Frau leide nach wie vor unter schwerem Lungenversagen und werde deshalb weiterhin mit einem speziellen Beatmungsverfahren behandelt, teilte die Klinik mit. Die Patientin werde ausnahmslos von geimpftem Personal betreut und sei in einer Isolationsschleuse untergebracht.
Wegen der steigenden Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen sollten sich nach Einschätzung von Fachärzten auch Kinder unter drei Jahren gegen das H1N1-Virus impfen lassen. Zuverlässige Studiendaten aus anderen europäischen Ländern und zum Teil auch aus Deutschland zeigten, dass bereits sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen könnten, erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, am Mittwoch.
Entgegen ihrer früheren Empfehlungen raten Mediziner nun, Kinder bereits ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat zu immunisieren. Zuverlässige Studiendaten aus anderen europäischen Ländern und zum Teil auch aus Deutschland zeigten, dass bereits sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen könnten, erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann.
Sorge um Erfolg der Impfkampagne
Weil voraussichtlich schwere Erkrankungen fälschlich als Nebenwirkungen der Impfung angesehen werden, sorgen sich Experten um den Erfolg der Impfkampagne. Die Präsidentin des Schweizerischen Impfkomitees, Claire-Anne Siegrist, sagte der «Zeit», sie sei nicht im Mindesten besorgt wegen der tatsächlichen Nebenwirkungen der Impfstoffe. Jedoch sei sie geradezu «in Panik wegen allem, was den neuen wirkverstärkten Impfstoffen angehängt werden wird».
Nach Berechnungen eines internationalen Expertenteams ist bei einer Impfung von 30 Millionen Bundesbürgern damit zu rechnen, dass drei Menschen innerhalb einer Woche danach plötzlich sterben, zehn weitere an der aufsteigenden Nervenlähmung Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und 20 Menschen an einer Entzündung des Sehnervs erkranken werden. Bei 100.000 Schwangeren sind zudem 280 spontane Aborte innerhalb einer Woche nach der Impfung zu erwarten.
Diese Fälle spiegeln lediglich die normale Erkrankungsrate in der Bevölkerung wider, und würden daher auch unabhängig von der Impfaktion eintreten, betonen die Autoren der Studie, die am vergangenen Wochenende im britischen Fachblatt «The Lancet» veröffentlicht wurde.
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