Berlin (AP) Der Kopenhagener Klimagipfel muss nach Ansicht führender Wirtschaftsvertreter zu einem Erfolg führen. Für die Industrie sei ein erfolgreicher Abschluss der Konferenz von entscheidender Bedeutung, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf dem «Handelsblatt». Siemens-Chef Peter Löscher sagte, er wünsche sich vom Kopenhagener Gipfel «ein klares Signal für ein verbindliches, starkes und faires Abkommen zum Klimaschutz». Es lohne sich, «alle Kräfte zu bündeln, um dieses Ziel zu erreichen». Immer mehr Unternehmen begriffen das Thema Klimaschutz mehr als Chance denn als Belastung. Diesen Artikel weiter lesen
Der Geschäftsführer des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Klaus Mittelbach, erklärte, Klimaschutz sei für seine Branche ein Gewinnerthema: «Unsere Unternehmen bieten die Technik an, die den effizienten und damit klimaschonenden Einsatz von Energie ermöglicht.»
Mit Sorge betrachten die Unternehmen die Diskussionen im Vorfeld des Kopenhagener Klimagipfels: «Es wäre fahrlässig, den Gipfel von Kopenhagen jetzt schon verloren zu geben», sagte Mittelbach. Auch Schnappauf warnte vor Pessimismus. Die politische Grundeinstellung vor allem in den USA habe sich entscheidend verändert. Die Haltung der USA gilt als entscheidend für Erfolg oder Misserfolg in Kopenhagen.
Aus Sicht von Siemens-Chef Löscher hat die Umwelttechnik das Potenzial, Wachstumstreiber des 21. Jahrhunderts zu werden. «Schon heute ist Deutschland hier weltweit die Nummer eins», sagte Löscher.
Laut dem «Handelsblatt»-Bericht bestätigen verschiedene Studien das Potenzial: So schätze etwa die Unternehmensberatung Roland Berger, dass die Umwelttechnik bereits im Jahr 2020 den Fahrzeug- und den Maschinenbau als klassische Leitindustrien überflügeln wird.
«Nicht dem Zwang zur Modernisierung entziehen»
Bundesumweltminister Norbert Röttgen forderte die USA auf, sich in Kopenhagen verbindlichen Klimaschutzzielen nicht zu verschließen. «Ich setze darauf, dass die Technologienation USA genau zu der Erkenntnis kommt, zu der Europa und auch die Chinesen gekommen sind», sagte der CDU-Politiker dem «Handelsblatt». Durch die Verteidigung von Rückständigkeit ließen sich höchstens noch zwei, drei Jahre Wettbewerbsvorteile erreichen. Er sei optimistisch, dass sich aus ökologischen wie ökonomischen Gründen «niemand diesem Zwang zur Modernisierung entziehen wird».
Schwellenländer wie China oder Indien hätten sich schnell auf die durch den Klimaschutz veränderten Anforderungen an moderne Industrieprodukte eingestellt. «Die ökonomische und politische Elite dieser Länder hat erkannt, dass nicht in Rückständigkeit ihre Erfolgchance liegt, sondern darin, diesen Wettbewerb anzunehmen», betonte der Minister.
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