Teheran/Washington (AP) Hunderte von Demonstranten haben zum 30. Jahrestag der Botschaftsbesetzung in Teheran gegen die iranische Regierung demonstriert. Angehörige der paramilitärischen Revolutionsgarde gingen auf dem Haf-e-Tir-Platz mit dem Schlagstock gegen sie vor, wie Augenzeugen berichteten. Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA meldete, dass in anderen Teilen der Stadt Tränengas eingesetzt worden sei. Diesen Artikel weiter lesen
Die iranische Regierung hatte die Opposition vor Protesten am Rande der Kundgebungen zum Jahrestag gewarnt. Die Oppositionsführer blieben aber bei ihrem Aufruf zu Protesten am Mittwoch. Schon am frühen Morgen waren verstärkt Sicherheitskräfte auf den Straßen von Teheran zu sehen.
Dennoch kamen schließlich mehrere hundert Menschen auf dem Haf-e-Tir-Platz zusammen. Sie riefen «Tod dem Diktator» und trugen grüne Schals oder Armbänder - die Wahlkampffarbe des Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi, der die umstrittene Präsidentenwahl im Juni gegen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad nach offiziellen Ergebnissen verloren hat. Nach anderen Augenzeugenberichten stellten sich auf dem Gelände der Teheraner Universität rund 2.000 Studenten den Sicherheitskräften entgegen.
Zur gleichen Zeit versammelten sich vor dem Gebäude der ehemaligen US-Botschaft mehrere tausend Demonstranten zu einer antiamerikanischen Demonstration. Als Hauptredner der Kundgebung bezeichnete der Abgeordnete Gholam Ali Haddad Adel die USA als größten Feind des Irans.
Obama für Umkehr in Beziehungen zum Iran
In Washington sagte US-Präsident Barack Obama am Dienstag, die Ereignisse vor 30 Jahren hätten die USA und den Iran auf einen «Pfad der anhaltenden Verdächtigungen, des Misstrauens und der Konfrontation» geführt. Heute gelte es, diesen Weg zu verlassen. Seine Regierung strebe Beziehungen auf der Grundlage des gegenseitigen Interesses und des wechselseitigen Respekts an. «Jetzt ist es für die iranische Regierung an der Zeit zu entscheiden, ob sie sich weiter auf die Vergangenheit konzentrieren will oder ob sie die Entscheidungen trifft, die die Tür zu mehr Chancen, Wohlstand und Gerechtigkeit für ihr Volk öffnet.»
Am 4. November 1979 stürmte eine Gruppe von iranischen Studenten die US-Botschaft in Teheran. 444 Tage lange wurden 52 Diplomaten als Geiseln festgehalten. Der damalige US-Präsident Jimmy Carter reagierte mit Sanktionen gegen den Iran, dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und einer missglückten militärischen Befreiungsaktion im April 1980. Erst im Januar 1981 wurden die Geiseln nach algerischer Vermittlung freigelassen.
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