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Proteste von Quelle-Mitarbeitern in Nürnberg

Fürth (AP) Nach dem überraschend schnellen Aus für Quelle wollen sich rund 1.000 Mitarbeiter des insolventen Versandhauses am (heutigen) Mittwoch (12.00 Uhr) in Nürnberg zu einer Protestkundgebung versammeln. «Das ist als letzter Aufschrei zu verstehen, um zu zeigen, was aus diesem stolzen Versandhaus geworden ist», erklärte Ver.di-Handelsexperte Johann Rösch. Diesen Artikel weiter lesen

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Rund 1.900 Quelle-Mitarbeiter waren am Freitag per Telefon über ihre sofortige Entlassung informiert worden. Für den Ausverkauf werden derzeit noch etwa 4.300 Beschäftigte der Primondo-Gruppe gebraucht, davon 1.100 bei Quelle.

Trotz Lieferschwierigkeiten bei Kühlschränken und Waschmaschinen läuft der Ausverkauf laut Insolvenzverwaltung weiter auf Hochtouren. Nach 150.000 Bestellungen an den ersten beiden Tagen seien am Dienstag erneut über 86.000 Käufe eingegangen, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Thomas Schulz, der AP am Mittwoch. Besonders gefragt seien Textilien. Sie wiesen die höchsten Preisnachlässe auf und hätten am Montag 60 Prozent der Bestellungen ausgemacht. Eine erste Zwischenbilanz zum Abverkauf soll laut Schulz am kommenden Wochenende vorgelegt werden.

Ver.di kritisiert Lieferschwierigkeiten

Ver.di-Handelsexperte Rösch kritisierte die Lieferprobleme bei sogenannter «weißer Ware» wie Waschmaschinen oder Kühlschränke mitten im Ausverkauf. Das lasse erhebliche Zweifel daran aufkommen, dass Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg den Ausverkauf gut durchgeplant habe, sagte Rösch der AP. Ein vorzeitiges Ende des Ausverkaufs könnte weitere schnelle Entlassungen nach sich ziehen. «Mein Eindruck ist, dass der Insolvenzverwalter keinen Durchblick hat», sagte Rösch.

Die Insolvenzverwaltung hatte Lieferschwierigkeiten bei sogenannter «weißer Ware» eingeräumt, weil einer der wichtigsten Lieferanten der Hausmarke Privileg Eigentumsvorbehalt angemeldet hat. Görgs Sprecher Schulz sagte, es würden derzeit Gespräche mit den Herstellern geführt.

Hintergrund sind die Zahlungsschwierigkeiten von Quelle. Dem Unternehmen droht mitten im Ausverkauf das Geld auszugehen, weshalb Görg die drohende Masseunzulänglichkeit angemeldet hat. Das hat für die Lieferanten des Unternehmens gravierende Folgen. Denn Firmen, die nach Anmeldung der Insolvenz am 1. September noch geliefert haben, würden damit nicht mehr vorrangig bezahlt.

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