Madrid (AP) Der spanische Soziologe und Romanautor Francisco Ayala ist am Dienstag im Alter von 103 Jahren in Madrid gestorben. Ayala war einer der einflussreichsten Intellektuellen seines Landes. Diesen Artikel weiter lesen
Bis kurz vor seinem Tod im eigenen Haus sei es Ayala recht gut gegangen, teilte die Fundación Francisco Ayala mit. Vor wenigen Tagen habe sich sein Zustand dann verschlechtert, bis sein Leben schließlich ausgeklungen sei. Seine sterblichen Überreste sollen im Parque de San Isidro von Madrid eingeäschert werden.
Ayala wurde am 16. März 1906 in der andalusischen Stadt Granada geboren. Sein erstes Buch «Tragicomedia de un hombre sin espíritu» (Tragikomödie eines geistlosen Mannes) veröffentlichte er bereits 1925, fünf Jahre danach wurde er in Madrid zum Doktor der Rechte promoviert. Die Zeit danach prägten die Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939. Ayala engagierte sich als Anwalt auf Seiten der Republikaner. Als die Truppen von General Franco in Barcelona einmarschierten und den Krieg für sich entschieden, ging der junge Anwalt ins Exil. In Buenos Aires wandte er sich der Soziologie zu und gründete die literarische Zeitschrift «Realidad», in der unter anderem Beiträge von Jorge Luis Borges, Julio Cortázar und Juan Ramón Jiménez erschienen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Ayala über Puerto Rico in die Vereinigten Staaten, wo er über 20 Jahre hinweg lebte. Unter anderem war er damals an den Universitäten in New York und Chicago tätig. In Büchern wie «Los usurpadores» (1949) beschäftigte er sich eingehend mit moralischen Fragen. In den auch auf Deutsch vorliegenden Kurzgeschichten unter dem Titel «La cabeza del cordero» (Der Kopf des Lammes, 1949) verarbeitete er seine Erfahrungen im Bürgerkrieg.
Nach dem Tod Francos im Jahr 1975 kehrte Ayala in seine Heimat zurück, wo er seine literarische Arbeit fortsetzte. Themen seiner meist pessimistisch und satirisch gehaltenen Romane wie «Muertes de perro» (Wie Hunde sterben) oder «El jardín de las delicias» waren der Zusammenbruch der moralischen Ordnung und die Verzweiflung in zwischenmenschlichen Beziehungen. Für sein literarisches und intellektuelles Wirken erhielt er 1991 den Cervantes-Preis und 1998 die Auszeichnung des Prinzen von Asturien.
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