New York (AP) Das demnächst erscheinende Computerspiel «Call of Duty: Modern Warfare 2» dürfte noch für Diskussionen sorgen: In einer jetzt bekanntgewordenen Szene kann der Spieler auch in die Rolle eines Terroristen schlüpfen und bei einem realistisch aussehenden Anschlag auf einen Flughafen unschuldige Menschen niederschießen. In einer Erklärung betonte Herausgeber Activision Blizzard, die Szene sei illegal verbreitet worden und gebe nicht den Gesamteindruck des Spiel wieder. Dies solle nur die «Grausamkeiten des Terrorismus» vor Augen führen. Diesen Artikel weiter lesen
In dem Spiel gehe es darum, dass der Spieler es mit einer terroristischen Bedrohung zu tun habe, die die Welt an den Rand des Zusammenbruchs bringe, erklärte Activision. Dazu gehöre es auch, dass der Spieler in den innersten Kreis um den Bösewicht vordringe, um ihn zu besiegen. In der Szene auf dem Flughafen ist der Spieler vermutlich Teil der Gruppe des Ober-Schurken Makarov.
In einem Interview noch vor Bekanntwerden der Terrorszene erklärte Vince Zampella, der Leiter des Entwicklerstudios Infinity Ward, Ziel sei es, den Spieler aufzuschrecken. «Wir wollen, das die Spieler emotional ergriffen werden. Wir wollen, dass sie berührt sind.» Insgesamt sei man um eine möglichst realistische Darstellung bemüht, was die Waffen, die Handlungsorte und die militärische Taktik angehe. Das Spiel folge aber einem Drehbuch, dass eher an einen James-Bond-Film erinnere.
«Was die Story betrifft, ist Makarov der Super-Schurke und Du bist in seiner Truppe», erklärte Infinity-Ward-Stratege Robert Bowling kürzlich in einem Interview. «Es geht um Gut gegen Böse. Wir wollten, dass es filmisch wird, aber nicht den ganzen Spaß ruinieren.»
Infinity Ward hat auch schon bei früheren Produktionen nicht mit Schockbildern gespart. Diesmal aber versetzt «Call of Duty» den Spieler in die Perspektive einer Terrorgruppe, ähnlich wie in «Grand Theft Auto», wo man in die Rolle von Kriminellen schlüpfen kann. Man könne das Spiel aus verschiedenen Perspektiven spielen und bekomme so einen anderen Blick dafür, was das für ein Konflikt sei, erklärte Bowling. Dann sehe man auch, dass es um weit mehr gehe als darum, «einen Krieg mit einer Kugel zu gewinnen».
Die Spieler werden gewarnt, dass die Szene sie verwirren könnte und dass sie sie überspringen können. Fraglich ist aber, wer das macht. Viele werden fürchten, dass sie eine für den Verlauf des Spiel wichtige Szene verpassen, auch wenn die Hersteller betonen, dass das nicht der Fall ist. Das Spiel soll in der kommende Woche auch in Deutschland in den Handel kommen - ohne Jugendfreigabe, also nur für den Verkauf an Erwachsene.
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