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Germanwatch: Verbindliches Kopenhagen-Abkommen noch möglich

Berlin (AP) Fünf Wochen vor Beginn des Klimagipfels in Kopenhagen ist eine Einigung nach Ansicht der Umweltorganisation Germanwatch noch erreichbar. «Es ist durchaus noch möglich, ein gesetzlich verbindliches Abkommen in Kopenhagen zu bekommen, auch wenn man nicht mehr alle Details davon zu Ende verhandeln kann», sagte Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Diesen Artikel weiter lesen

Weltweit ließen sich in den großen Nationen Fortschritte im Klimabereich beobachten. Aber: «Diese Fortschritte spiegeln sich im Moment noch nicht in der Dynamik der Verhandlungen wider.» Aufgabe der politischen Führungen in den nächsten Wochen sei es jetzt, dies «tatsächlich in politischen Willen umzusetzen, der zu einem Abkommen führt».

Der Klimaschutzexperte wies darauf hin, dass es für den Fall eines Scheiterns des Klimagipfels in Kopenhagen keinen Plan B gebe: Natürlich werde derzeit überlegt, welche Fragen schon verhandelt sein müssten, damit es zu einem Abkommen kommen könne und welche Details sich später regeln ließen. Aber wie man eine Umkehr der weltweiten Emissionen ohne eine Einigung in Kopenhagen geschafft werden könne, «dazu hat keiner bisher irgendeine Idee vorgelegt».

Bloße Erklärung «fast noch schlimmer als Scheitern»

Unabdingbar für einen Erfolg in Kopenhagen sei es, Klarheit darüber zu schaffen, welche Institutionen den Klimaschutz weltweit durchsetzen sollten, wie viel Klimaschutz die Industrie- und Schwellenländer zu betreiben hätten und welche finanzielle Unterstützung es für die Anpassung der besonders betroffenen Menschen in den ärmsten Entwicklungsländern gebe. Hier sehe es im Moment so aus, «dass das, wenn genug politischer Wille da ist, auch erreicht werden kann».

Für fatal hielte es der Klimaschutzexperte, wenn sich die Gipfelteilnehmer nur auf eine politische Erklärung einigen könnten. «Diese würde bedeuten, dass man wie auf G8- oder G20-Gipfeln eine Menge schöner Worte bekommt, wo keine Substanz, kein Umsetzungsapparat und keine rechtliche Verbindlichkeit dahinter ist. Das wäre tatsächlich fast noch schlimmer als ein Scheitern des Klimagipfels insgesamt.»

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