Kabul (AP) Nach dem Scheitern der geplanten Stichwahl in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai der Opposition die Mitarbeit in der Regierung angeboten. Er strebe für seine zweite Amtszeit eine «Regierung der nationalen Mitwirkung» an, sagte Karsai am Dienstag vor Journalisten in Kabul. Ihr sollten Persönlichkeiten aus allen Teilen des Landes angehören. Diesen Artikel weiter lesen
Karsai gehört dem afghanischen Mehrheitsvolk der Paschtunen an, das vor allem den Süden des Landes prägt. Oppositionsführer Abdullah Abdullah hingegen wird als Sohn eines paschtunischen Vaters und einer tadschikischen Mutter vor allem von den Minderheiten in Nordafghanistan unterstützt. Am Sonntag zog sich Abdullah von der Stichwahl zurück und begründete dies damit, dass er wie schon in der erste Runde der Wahl am 20. August eine Wiederholung von Wahlbetrug erwarte. Die Stichwahl wurde daraufhin abgesagt, Karsai wurde von der Wahlkommission zum Sieger erklärt.
Die Taliban verbuchten die Absage der Stichwahl als Erfolg ihrer Einschüchterungskampagne. «Unsere tapferen Mudschahedin haben es geschafft, den gesamten Prozess zu stören», hieß es in einer am Dienstag im Internet veröffentlichten Erklärung.
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