Stuttgart (AP) Mit einem Frühwarnsystem im Internet sollen in Zukunft Amokläufe an Schulen verhindert werden. Wie Hardy Schober und Gisela Mayer vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden am Montag in Stuttgart mitteilten, soll auf der Website der Organisation ein entsprechendes Formular eingerichtet werden. Das Angebot richte sich vor allem an Schüler, denn sie würden zuerst erfahren, «wenn etwas nicht stimmt». Die Angaben sollen dann an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden. Diesen Artikel weiter lesen
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Das Projekt soll zunächst im Großraum Stuttgart ausprobiert werden und auf die Netzwerke der kirchlichen Hilfsorganisation von Diakonie und Caritas sowie der Kriminalprävention der Polizei zurückgreifen. Die Hotline solle rund um die Uhr besetzt sein. Nach dem Eingang einer Meldung solle entschieden werden, an wen die Information weitervermittelt werde.
Ein Teil der Angehörigen von Opfern des Amoklaufs in Winnenden will Mitte November eine Stiftung gründen, die sich Früherkennung und Prävention von Gewalt an Schulen zum Ziel gesetzt hat. Schober, der bei der Tat am 11. März an der Albertville-Realschule seine 15-jährige Tochter Jana verlor, sagte: «Schulamoktaten sind das verheerende Resultat des Zusammenwirkens verschiedener Ursachen, die letztendlich zu dieser unfassbaren Explosion führen.» Es dürfe kein zweites Winnenden mehr geben. Der Namen der Stiftung laute «Stiftung gegen Gewalt an Schulen».
Errichtung einer Modellschule geplant
Die Stiftung will sich nach den Angaben von Schober und Mayer auch für die Errichtung einer Modellschule einsetzen. An dieser sollten zumindest die baulichen und technischen Voraussetzungen so sein, dass es ein Höchstmaß an Sicherheit gebe. So sollen spezielle Alarmanlagen und Sicherheitstüren eingebaut werden, die von innen verschließbar seien. Schober sagte, es sei noch unklar, ob die Albertville-Realschule zu so einer Musterschule umgebaut werde. «Das muss sich noch zeigen.»
Die Stiftung wolle auch Schulpsychologen mitfinanzieren und einen Expertenrat mit Juristen, Kriminologen, Psychiatern, Psychologen und Pädagogen ins Leben rufen. Dieses Gremium solle eine Handlungsanweisung erarbeiten und in schnell realisierbare Präventionsprojekte umsetzen. Bei dem Amoklauf hatte der 17-jährige Tim K. am 11. März an der Realschule Winnenden und in einem Autohaus in Wendlingen 15 Menschen und dann sich selbst erschossen.
http://www.aktionsbuendnis-amoklaufwinnenden.de
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