Frankfurt/Main (apn) In der CD-Corner werden die aktuellen Alben von Turin Brakes, Sophie Zelmani, UB40, Jason & The Scorchers und Manu Katché vorgestellt. Diesen Artikel weiter lesen
--- «Outbursts» - Turin Brakes (Cooking Vinyl)
Bei Album Nummer vier klangen die Turin Brakes wie eine vollverstärkte Soft-Rock-Band. Bei Nummer fünf sind Olly Knights und Gale Paridjanian wieder das Folkpop-Duo, das zur akustischen Gitarre Lieder über Beziehungen, Liebe und die Welt singen. «Outbursts» heißt der Nachfolger von «Dark On Fire», und die beiden bezeichnen jeden Song als Ausbruch einer in keinerlei Konzept gesperrten Kreativität. Ihre Musik mag Vergleiche mit wohlbekannten Genre-Legenden von Simon & Garfunkel bis Crosby, Stills & Nash hervorrufen. Das ist aber nur die Oberfläche: Das Rad muss nicht ständig neu erfunden werden, das Rad muss rund laufen. Und das schaffen die Turin Brakes in ihren schwelgerischen Melodien, in denen sie Texte singen, die ins Hier und Jetzt gehören. Das Publikum scheint das bei ihren Konzerten zu spüren, denn Knights schreibt im Tour-Blog auf der offiziellen Webseite von viel Energie im Saal und dem wohligen Gefühl, als die Leute spontan das neue Lied «Rocket Song» mitsangen. «Es passiert immer was besonderes, wenn die PA (Verstärker) abgeschaltet werden, es ist dann instinktiv und eine ursprüngliche Verbindung, die ein wahrer Wendepunkt sein kann. Vielleicht machen wir eines Tages nur noch einer rein akustische Show...» Das ist vermutlich das Geheimnis des New Folk: Eine Lagerfeuerromantik im Schatten der Watt-Boliden, die gerade neu entdeckt wird. (Uwe Käding)
Tourdaten: 12.04 Hamburg (Knust), 15.04. Berlin (Magnet), 16.04 Köln (Luxor), 20.04. Frankfurt (Brotfabrik), 21.04. München (59 to 1)
http:turinbrakes.com
--- «I'm The Rain» - Sophie Zelmani (Sony)
Mit «I'm The Rain» meldet sich die schwedische Singer-Songwriterin Sophie Zelmani von ihrer einsamen Insel zurück. Wie gewohnt stammen alle Songs aus der Feder der medienscheuen Sängerin, die sich auf eine abgeschiedene schwedische Insel zurückgezogen hat. Zusammen mit dem Gitarristen und Produzenten Lars Halapi (Eskobar) hat sie auf ihrem achten Werk elf nachdenkliche, melancholische Gitarrensongs aufgenommen. Zusammen mit ihrer aktuellen Band nahm Zelmani das Album in Halapis Studio in Südschweden auf, darunter der Titelsong «If I Could», «Ready To Be Forgiven» und «Interior Design». Letzter ist eine musikalische und textliche Improvisation. Das Duo hatte lediglich zwei Akkorde und einige Basis-Sätze. Zunächst wollte man über das Gefühl des «Traumhauses» nachdenken und über all die Sehnsüchte, die mit diesem Idealbild zusammenhängen. Über den Albumtitel «I'm The Rain», der sich nach «The Ocean And Me» erneut mit Wasser beschäftigt, sagte Zelmani: «Meine Obsession mit Wasser könnte man durchaus verwunderlich finden. Ich habe tatsächlich große Angst vor Wasser! Aber es hat auch etwas an sich, das mich extrem fasziniert...» «I'm The Rain» ist ein ruhiges, intensiv Album allen voran die wunderschönen Songs «Our Man» und «It Knows». Zelmanis Musik ist wie ein treuer Weggefährte, der seinen Hörer nie im Stich lässt. (Claudia Ziemer)
«Labour Of Love IV» UB 40 (EMI)
Die alten Soft-Reggae-Haudegen haben es wieder gemacht: Ein Album voll gepackt mit Reggae-Stücken, die westlichen nicht oder nicht so bekannt sind und das ganze verpackt in einen Sound, der inzwischen als eingetragenes Warenzeichen durchgeht. UB 40 müssen sich aber auf mit einer Neuerung auseinandersetzen, die das harmonische Gefüge der Bandwelt etwas sprengt. Alaister Campbell st als Sänger ausgestiegen, auf Labour Of Love IV» ersetzt ihn sein Cousin Duncan Campbell. Dem Sound von UB 40 trägt das zwar nicht in eine neue Richtung, aber es stört andererseits auch nicht. Stimme führt UB 40 ein wenig Frische zu, die der Formation auf gewiss nicht schadet. Alte Reggae- und Soul-Stücke werden perfekt und dennoch eingängig umgesetzt, vieles klingt nach den glatten Achtzigern, doch einen gewissen Pfiff kann man den gesetzten Herren nicht absprechen. (Markus Schwarz)
--- «Halcyon Times» - Jason & The Scorchers (Blue Rose)
«Halcyon Times» bedeutet ins Deutsche übersetzt «eine glückliche Zeit», und eine solche hatten Jason & The Scorchers bei den Aufnahmen zu ihrem gleichnamigen Album ganz hörbar. Es ist das erste der Band nach 13 Jahren Studiopause, in denen sich Frontmann Jason Ringenberg und Leadgitarrist Warner E. Hodges Soloprojekten widmeten. In den 80er Jahren hatten Jason & The Scorchers mit einer damals innovativen Symbiose aus Rock'n'Roll, Country und Punk für frischen Wind in der konservativen Country-Hochburg Nashville gesorgt, Ringenbergs Solo-Arbeit ging dann mehr in Richtung Alt.Country und Americana. Das neue Gemeinschaftswerk der vierköpfigen Band sollte dagegen, wie der Frontmann im Booklet schreibt, vor allem eines bieten: Rock. Und diesen Vorsatz haben Jason und seine Scorchers dann auch umgesetzt. Vom Cowpunk-Opener über Rockabilly, Boogie-Rock, Southern Rock und Country Rock und ein wenig Honky-Tonk ist auf «Halcyon Times» alles vertreten, gespielt mit Verve, Dynamik und reichlich urwüchsiger Energie. Unterstützung erhielten sie unter anderem von Dan Baird von den Georgia Satellites, dessen eigene Band Jason & The Scorchers nach Bairds Worten einen Teil ihres Erfolgs zu verdanken hat. Aufgenommen wurde das Album in nur wenigen Tagen unter Publikumsbeteiligung live im Studio, was zur perfekten Atmosphäre beiträgt. (Nina Sündermann)
--- «Third Round» - Manu Katché (ECM/Universal)
Manu Katché ist einer der renommiertesten Schlagzeuger unserer Zeit; sein filigranes Gefühl für Tempo Rhythmus und Tempo haben schon Peter Gabriel und Sting, Jeff Beck, Tears For Fears und viele andere Topmusiker für sich genutzt. Sein drittes Album für das Jazz-Label ECM ist kosmopolitischer Jazz zwischen minimalem, weil zurückgenommenen Funk, und elegantem Pop. Ein amerikanisch-europäischer Brückenschlag des 51-jährigen Franzosen, dessen Eltern von der Elfenbeinküste stammen, bei dem Bassist Pino Palladino - selbst ein gesuchter Session-Musiker - die US-Sängerin und Trompeterin Kami Lyle, der in der Londoner Jazz-Szene groß gewordene Pianist Jason Rebello und der norwegische Saxofonist Tore Brunborg die Universalität der Musik zelebrieren. Denn hier wird Musik ohne nationale Färbungen und Traditionen gespielt, auch ohne die Selbstverliebtheit, zu der Virtuosität verleiten kann. In «Urban Shadow» und den anderen Stücken geht es um Empfindungen und Reflektionen, um einen mentalen Zustand, der aggressionsfrei ist. In der Klassik wurden alle Menschen Brüder, bei John Lennon sollten alle Menschen eines Tages aufwachen und entdecken, dass der Traum Wirklichkeit geworden ist. Dass das alles möglich ist, beweist Musik wie die Manu Katchés. (Uwe Käding)
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Chicago (AFP) - In einem Hotel in den USA ist die Leiche einer vermissten Frau entdeckt worden, nachdem das Zimmer seit ihrem Verschwinden bereits mehrmals wieder vermietet worden war.