Frankfurt/Main (AP) In der CD-Corner werden die aktuellen Alben von Chris Isaak, Metric, Jonas Brothers, Cluster und Jazzxchange vorgestellt. Diesen Artikel weiter lesen
--- «Mr. Lucky» - Chris Isaak (Warner)
So richtig glücklich hört sich das nicht an, wovon Chris Isaak da singt: Bei «Cheater's Town», «We Let Her Down», «You Don't Cry Like I Do», «Breaking Apart», «I Lose My Heart» und «We Lost Our Way» brechen serienweise die Herzen und regiert der Liebeskummer. Aber «Mr. Lucky» lässt sich in keiner Weise unterkriegen: «We Got Tomorrow», der «Summer Holiday» öffnet die Augen für ein «Very Pretty Girl», was zur Aufforderung «Take My Heart» und dem Gefühl führt, in einer «Big Wonderful World» zu leben. Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist, klingt da aus einer weit entfernten Ära hinüber, und Isaaks Ausflüge in organischen Country mit Elvis-Presley-Flair verstärkt die Assoziation. Aber auch die warmen, sich schluchzend überschlagenen Gesangsmelodien wie bei seinem großen Hit «Wicked Game» und dem verwegenen «Blue Hotel» sind wieder dabei und sorgen dafür, dass man sich in den 14 Songs von «Mr. Lucky» als Isaak-Fan richtig wohlig einrichten kann. Es ist das erste Album seit sieben Jahren, Isaak hatte sich als Fernseh-Talkmaster und Schauspieler versucht. Als Musiker meldet er sich jetzt souverän mit einem Optimismus zurück, der in diesen Zeiten gut tut. (Uwe Käding)
--- «Fantasies» - Metric (PIAS)
Ewig in den Achtzigern: Seit über zehn Jahren musizieren die Sängerin Emily Haines und Gitarrist James Shaw zusammen, seit 2002 gibt es die Band Metric mit den beiden als Zentrum. Was die Band aber so von sich gibt, klingt weder nach den Nuller-Jahren noch nach den Neunzigern sondern nach den Achtzigern. Mit kühler Eleganz und leicht augenzwinkernder Gehetztheit tanzen Metric durch einen New-Wave-Sound, der zwar auf modern frisiert ist, seine Herkunft aus den Achtzigern aber nie verleugnen kann und will. Metric machen rasanten Pop, der gut ins Ohr geht und immer wieder für einen Filmsoundtrack gut ist. Nicht zu Unrecht, den Hitpotenzial haben die Kanadier genug im Gepäck. Geschickt verschleiern sie das an manchen Stellen, wenn Synthie-Flächen, psychedelische Verfremdungen und New-Wave-Druck die Oberhand gewinnen zu scheinen. Aber dann kommen sie immer wieder rechtzeitig zum verträumt schwebenden, aber doch kraftvoll auf beiden Beinen stehenden Pop zurück, bei dem sie dank ihrer Songwriter-Qualitäten dick punkten können. (Markus Schwarz)
--- Lines, Vines and Trying Times» - Jonas Brothers (Hollywood/Universal)
Bewährter Teenie-Pop in neuer Auflage: Die Jonas Brothers sind inzwischen schon bei ihrer dritten Album-Veröffentlichung in nur einem Jahr angekommen. Dabei wollen die drei Schnuckel aus der Disney-Schmiede diesmal nach eigenen Angaben beweisen, dass sie erwachsener geworden sind. Entsprechend geben sie sich gleich mit dem Funk-Rock-Opener «World World III» alle Mühe, es richtig krachen zu lassen. Auch im kraftvollen Gute-Laune-Popsong «Fly With Me» bleibt von der Niedlichkeit der Brüder Nick, Joe und Kevin nicht viel übrig. Und dabei beweisen die drei tatsächlich deutlicher als je zuvor, dass sie durchaus Talent als Songschreiber haben und ihre Titel nicht von der Stange kommen. Und doch erfüllen sie mit dem neuen Album natürlich auch und vor allem die Erwartungen ihrer riesigen jugendlichen Fangemeinde und liefern harmlose Schnulzen ab wie «Before the Storm», ein Duett Nicks mit On-And-Off-Freundin Miley Cyrus. Wenig getan hat sich dabei auch inhaltlich: Nach wie vor dreht sich fast alles um die vielfältigen Probleme des Erwachsenwerdens - Liebeskummer, Trennungen und verhasste Exfreundinnen. (Michaela Hütig)
--- «Großes Wasser» - Cluster (Bureau)
Nachdem der deutsche Elektro-Visionär Klaus Schulze bereits Anfang des Jahres mit seiner umfassenden Werkschau «La Vie Electronique 1 + 2» Einblicke in seine musikalische Schaffensphase gewährt hat, legen Cluster nach. Das deutsche Elektronik-Avantgarde-Duo Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius haben ihr erfolgreiches fünftes Werk «Großes Wasser» aus dem Jahr 1979 mit sechs kunstvollen, zeitlosen Avantgarde-Kompositionen neuaufgelegt. Manche zählen Cluster zu den Erfindern der Ambient-Musik, manche zu den Wegbereitern des Synthie-Pop oder der Industrial-Musik. Schon das Artwork von «Großes Wasser» verspricht Minimalismus. Die Tracks «Avanti», «Prothese», Isodea», Breitengrad 20», «Manchmal» und «Großes Wasser» konzentrieren sich auf die Transparenz der Musik und muten fast kammermusikalisch an. Mit «Großes Wasser» startet das Plattenlabel Bureau B eine 23 Alben umfassende Reisssue-Reihe mit anspruchsvollen Elektronik/Ambient/Krautrock-Alben. (Claudia Ziemer)
--- Walk Tall - Jazzxchange (Blue Note/EMI)
Mit Sidemen einiger Superstars, Mitgliedern von Rundfunksender-Big-Bands und einem ehemaligen Vorstandsvorsitzendem der Deutschen Börse AG ist die Formation Jazzxchange ein illustrer bis lustiger Haufen. Die gestandenen Herren brauchen keinem Trend mehr hinterherzuhecheln, sie spielen, was Spaß macht. So haben sie sich diesmal den vor zwei Jahren gestorbenen Joe Zawinul ausgewählt, um ein grooviges Tribute-Album zu fabrizieren. Gestützt ausschließlich auf Material aus den Sechzigern ziehen Jazzxchange mit federnden Interpretationen ihren Hut vor dem in Österreich geborenen und in den USA zum Star aufgestiegenen Joe Zawinul. Nicht immer wirken ihre Interpretationen beseelt, aber immer verstehen sie es, die Freude am Zusammenspiel hörbar zu machen. Zwischen Soul-Anleihen und immer wieder durchscheinenden Achtziger-Jahre-Coolness schlendern sie durch Jazz-Hits wie Mercy, Mercy, Mercy» oder Scotch And Water». Zwei Mal darf auch Deutschlands Soul-Veteran Edo Zanki ans Mikrophon, und er macht seine Sache wie fast immer hervorragend. Nach vierzig Minuten ist alles gesagt und ein kurzweiliges Soul-Jazz-Album zu Ende. (Markus Schwarz)
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Shanghai, 29. Juni (AFP) - Tierschützer haben in China 300 Katzen vor dem Kochtopf gerettet.
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